Lieber Mann!
Jetzt bist Du dran.
Wir müssen reden!
Wir sind da in etwas
hineingerasselt,
wofür wir beide keine Erklärung
hatten.
Und ja – es gab viel Streit.
Hier und da hab ich Dich
überfordert.
Und Du bist mir
ausgewichen.
Ich habe von Dir gedacht.
Und Du hast
von mir gedacht.
Der Austausch.
Die Brücke.
Die Worte.
Die fehlten uns oft.
Weißt Du.
Mir geht es nicht
allein so.
Ich kenne Dutzende andere.
Frauen und
auch Männer.
Die grämen sich.
Die schämen sich.
Die erleben es ähnlich
und
sind aus lauter Frust
nun auch
verstummt.
Und vielleicht
kennst Du das auch.
Von Deinen Freunden,
Kollegen und
Partnern.
Ach – nein?
Du kennst das nicht?
Du sprichst
nicht mal mit ihnen.
Du glaubst,
das interessiere sie nicht?
Du glaubst,
„Über Gefühle reden“ –
das tun Männer nicht.
Doch MANN!
Siehst Du es nicht.
Spürst Du es nicht.
Hörst Du es nicht.
Was da draussen los ist.
Wonach die Frauen,
die Kinder und
auch die Männer flehen.
Bitte MANN!
Fang an zu reden.
Wo spürst Du es,
wenn der Erfolgsdruck
Deinen Körper niederdrückt.
Was fühlst Du,
wenn sich Deine Frau abwendet,
weil sie etwas anderes will.
Was machst Du damit,
wenn Du es satt hast,
Erwartungen zu erfüllen.
Und MANN!
Du vergibst Dir nichts.
Du verlierst auch nicht
an Männlichkeit.
Oder Stärke.
Du kommst ihr eher nah.
In Deiner Tiefe.
OH MANN.
Fang an zu reden.
Staune über Dich.
Und das,
was draus erwachsen kann.
Was fehlt Dir?
Was brauchst Du?
Was kränkt Dich?
Was stört Dich?
Was bewegt Dich?
Lieber MANN!
Jetzt bist Du dran.
Fang an zu reden!
Damit wir
in einen fruchtbaren Dialog
und eine echte
Liebesverbindung
kommen.
kommen.
Wie toll du das geschrieben hast und aus der Sicht einer Frau ist es völlig verständlich. Auf die schnelle habe ich es nur mal fix durch eine KI beantworten lassen, aber mit meinen persönlichen Gefühlen zu diesem Thema. Ihc hoffe du magst die Antwort und verstehst…
# Ungelernte Emotionsfachkraft
Lieber Brief.
Ich hab dich gelesen.
Dreimal.
Einmal kurz.
Einmal schnell weggelegt.
Einmal nachts,
als niemand geguckt hat.
—
Ich weiß.
Ich weiß, dass du recht hast.
Irgendwo hier drin
weiß ich das.
Hier drin –
da, wo ich
seit ungefähr
vierzig Jahren
nicht mehr nachgeschaut habe.
—
Ich bin kein schlechter Mensch.
Ich hab nur nie gelernt,
wie das geht.
Dieses –
Reden.
Über das, was weh tut.
Über das, was fehlt.
Über das, was sich
wie ein Stein
auf der Brust anfühlt,
seit –
Ja.
Seit wann eigentlich.
—
Mein Vater hat auch nicht geredet.
Sein Vater auch nicht.
Wir haben das gut
weitergegeben.
Dieses Schweigen.
Diese Stärke.
Indianer kennen keinen Schmerz.
Ich kenne ihn.
Ich zeig ihn nur nicht.
Das ist doch was.
—
Du fragst,
wo ich es spüre.
Im Nacken.
Meistens.
Manchmal im Kiefer.
Manchmal so ein
dumpfes Ziehen
hinter dem Brustbein,
das ich jahrelang
für Sodbrennen gehalten habe.
—
Du fragst,
was ich fühle,
wenn sie sich abwendet.
Ich frage mich,
was ich falsch gemacht habe.
Ich überlege,
ob ich die Spülmaschine
ausgeräumt hätte –
ob das geholfen hätte.
Nicht weil ich blöd bin.
Sondern weil ich gelernt habe:
Probleme lösen.
Nicht fühlen.
Lösen.
—
Das hier ist
kein Werkzeug,
das ich habe.
Ich steh da
wie ein Elektriker
vor einer Wasserleitung.
Ich weiß,
dass da was repariert werden muss.
Ich hab nur keinen Schimmer,
wie.
—
Aber.
Ich hab den Brief
dreimal gelesen.
Das ist
für mich
so was wie
ein Anfang.
—
Lieber Brief.
Liebe Frau.
Liebes Leben,
das da draußen auf mich wartet.
Ich weiß noch nicht,
wie das geht.
Dieses Reden.
Aber ich bin
die ungelernte Emotionsfachkraft,
die gerade
die Lehre beginnt.
Mit vierzig.
Oder fünfzig.
Oder wann auch immer
es so weit ist.
—
Jetzt bin ich dran.
Ich weiß.
Ich fang an.
WOW. Vielen Dank Sascha. Ich habe einen weiteren Text geschrieben über meinen Vater. Den schicke ich Dir mal in Deine skool Community. Vielleicht morgen. Zur Himmelfahrt und Vatertag. Ich habe mich sehr gefreut, daß Du Dir Zeit genommen hast.
Hammer! Vielen lieben Dank für Dein Dich Zeigen. Das ist nicht nur ein Anfang. Das ist ganz großes Kino. Für mich. Und auch wenn es kein Wettrennen ist. Wer es zuerst macht. Du hast es gemacht. Und das ist, was zählt. Danke.