Letzte Woche war ich bei einem Treffen von Müttern, die teil-selbständig sind und in Trennung leben.
Ein „Geschiedenen-Club“ sozusagen.
Nun könnte „Mann“ meinen, daß wir den ganzen Abend über die Männer hergezogen sind. Und die Haare auf unseren Zähnen immer länger wurden …
Ich würde lügen, zu behaupten, daß wir nicht enttäuscht, wütend oder fassungslos sind, wie Männer sich teilweise aus der Verantwortung ziehen. Doch genauso staunten wir, an welchen Idealen wir uns orientieren und was wir von uns selbst erwarten.
Mir war und ist es wichtig, nicht bitter zu werden.
Auch wenn ich sehr genau spüre, daß immer mal wieder Tränen kullern und das ein oder andere „hätte ich doch…“, oder „Warum?“ in mir hochkommt. Mittlerweile kann ich es fühlen und mich einfach dem hingeben, was da ist. Allein das, macht mich weicher.
Ich merkte gleich in der Vorstellungsrunde, …
wie anders es war, mich vorzustellen mit der klaren Ansage, daß eine Ehe gescheitert ist. Oder von anderen Frauen zu hören, dass sie noch mitten im Trennungsschmerz sind. Es öffnete sich der Raum ganz anders als die üblichen Pitches, die ich von solchen Runden kenne.
Das Gute war, daß wir alle an anderen Punkten standen. Die, die noch mit ihrem Partner gemeinsam lebten, die schon lange geschieden waren und sich neu aufgestellt haben.
Es war eine sehr fruchtbare verbindende Stimmung. Und es tat gut, sich zumuten zu dürfen mit den Fragen, Zweifeln und Unsicherheiten.
Ziel dieser Treffen ist, diesen Gemeinschaftssinn zu bewahren.
Und auch sensibel zu sein, daß zu jeder Trennung auch unterschiedliche Kinder mit anderen Anforderungen gehören. So sind Autismus oder ADHS keine Ausnahmen mehr sondern ganz normaler Alltag für einige Mütter und Väter.
Getrennt. Verbunden. Und stark.
JA – so fühlte ich mich danach. Und ich habe wieder gemerkt, dass es sich lohnt, mutig zu sein und sich zu zeigen. Auch mit den Blessuren des Lebens.


