Pfingsten 26: ArtCamp mit Katharina Oberlik – weiter auf der Reise – Beauty Revolution mit MyStoryMyArt
Lange gezögert habe ich nicht als Katharina Oberlik ihr ArtCamp bei Friedrichstadt ankündigt. 2 Workshops „Her Story to be told“ habe ich bereits bei ihr gemacht.
Und ich bin hungrig nach mehr Präsenz. Mehr fühl- und spürbare Begegnung. So sehr ich die Online Möglichkeiten schätze. In den Communities viel lerne. Und Verbindung zu tollen Menschen halte.
Es ist mir nochmal bewusster geworden durch die 60, die ich nun erreicht habe. Zeit wird kostbarer. Und die möchte ich in einem Rahmen verbringen, wo ich mich inspiriert fühle. Wo ich gefordert werde. In meinen künstlerischen Gaben. Auch wenn Richard David Precht gerade in einem Interview sagte, daß Kunst gesellschaftlich irrelevanter wird – NEIN. Da gehe ich nicht mit. Selbst denken, Eigensinn und Schöngeist haben Hochkonjunktur. Für mich. Und viele andere aus meinem Umfeld.
Wir sind 10 Frauen.
Jede Leaderin auf ihre Art.
In einem alten Bauernhaus mit den unterschiedlichen Zimmern. Ich blicke auf Felder und Wiesen und auf die Holzbalken, wenn ich auf meinem Bett liege. Eine steile Treppe führt in das Erdgeschoß zur Küche, Esszimmer und Gemeinschaftsräume.
Katharinas Mutter kocht. Wir teilen uns den Service auf. Das klappt…. so lala. Ich mache das allerdings gerne. In fremden Küchen ist es anders als zuhause.
Ich brauche etwas Zeit, um anzukommen. Um uns herum donnern die Trecker und Motoren. Ausgerechnet an diesem Wochenende bestellen die Bauern das Feld und fahren die Gülle aus… Ich werde wieder konfrontiert mit meinen Erwartungen. Ich wollte RUHE. Stille. Beschaulichkeit. Keine Autos in den Ohren…. Pustekuchen.
Gleichzeitig ein passendes Übungsfeld, im Innen Raum zu schaffen. Für das Eigene.
Wir schreiben gegenseitige Biografien. Aus dem Bauch heraus. Meine Übungspartnerin habe ich nie zuvor gesehen, doch was wir uns am kommenden Tag ins Leben schreiben, ist magisch…
Katharina leitet Übungen an, uns wie Statuen betrachten zu lassen. Wie ist es, Blicke auf sich zu spüren? Und wie ist es andere ansehen zu dürfen. Womöglich mit Augenkontakt, bei dem mir mit einer Frau die Tränen kommen.
All das in diesem verwunschenem Garten von Oesterfeld, wo Renate, die 80jährige, die gerade ihr 35jähriges Amt als Vorstand beim Kinderschutzbund Marburg beendet hat, den Salbei für unsere Spaghetti zupft.

Und wir bereiten das große Festival vor.
Was will zum Ausdruck kommen? Jede hat 20 Minuten für eine Performance an einem Ort ihrer Wahl. Draußen oder im Haus.
Die eine wählt den alten, moderigen Keller, die nächste den Stall, zwei andere den Garten und ich nehme die 1. Stock. Dort wo ich in der kleinen Toilette auf den Holzbalken diese DIVA in Parfum sehe.. und mich schockverliebe.. doch ich bin ganz zum Schluss…
Wir hören von poetischen Türen, die auf und zu gehen, hören Saskias Stimme … wir sehen, wie Tina Nightblue kunstvoll ihren Körper im Garten verliert… , wie Petra Darshan uns zu Pfingsten aus der Dunkelheit ins Licht führt und ich darf meine „Sparrings-Partnerin“ Sonja auf ihren Thron führen. Als Würdigung und gleichzeitigen Befreiung von den Fesseln ihrer weiblichen Ahnenlinie. DAS war wieder so eine Magie. Hatte ich doch 10 Jahre zuvor ein rotes Kleid gekauft, das diesem Zweck diente. Danke für diese wunderschöne Symphonie.

Wir folgen Nina in den kühlen morbiden Keller. Sie mit Stechschritt mit Marschmusik vorneweg. Erinnernd an eine Zeit, die wir Deutschen lieber vergessen wollen und es offenbar nicht können. Ninas Mut, genau dorthin den Scheinwerfer zu strahlen, wo schonungslose Ehrlichkeit gefragt ist – geht unter die Haut. Sie schreibt und sinniert. Für uns mit. Danke.
Dann sehen wir 4 Facetten von Larissa. Die „Schöne“, die „Hässliche“, die „lustige Schwäbin Margarete“ und die „Operndiva“ (wow – wieder passt die Synchronizität dieses so magischen Ortes….)
Obwohl sie vorher so gehadert hat, in der Kürze der Zeit etwas „Gescheites“ auf die Bühne zu bekommen, zieht sie uns in den Bann. Egal welche Energie zu uns überschwappt. Ein wahres Feuerwerk.
Dann hören wir noch Dorothea, die Gastgeberin von diesem so besonderen Ort mit vielen Geschichten aus Ghana und der freien Künstlerszene. Mit ihrer kraftvollen Stimme und ausgeprägter Gestik. Im Wohnzimmer serviert sie uns 3 unterschiedliche Stücke – trotz längerer Schaffenspause – ein echtes Comeback. Und wir jubeln dazu.
Dann komme ich. Mit dem Gedanken (können die anderen noch, sind sie noch aufnahmebereit und werde ich ….gut genug sein?) – Weg damit und los. –
Ich rufe die Frauen mit der Anrede „Muschi“ so wie es meine Mutter und ihre Mutter taten, hinauf. Dort wo wenig Licht hineinfällt und ein großer Flur so einladend wirkt. Johannes Heesters säuselt sein „Jede Frau hat ein süßes Geheimnis“ über den Teppich und ich lasse die Frauen teilhaben an dem Duft von …ABUNDANCE. Um Fülle geht es uns. LIEBESFÜLLE UND WOHLSTAND. YEAH!


Dann wende ich mich vor den Spiegel und zweifle…. blicke nach meinem Vater, der an der Heizung steht und nichts von dem versteht, was ich suche, was ich brauche…. Herbert Grönemeyer schmettert sein „MÄNNER“ und ich suche hinter den Türen verzweifelt einen Mann, der mein Sehnen hört oder sieht oder spürt….. Am Ende hole ich mir die Teufelshörner und Disco-Kugeln von Tina ab, lese meine Poesie vor von der Walpurgisnacht und wir tanzen alle zu Christian Steiffens „Ich fühl mich DISCO“. Und ich sage ALLE. Ich war sehr beglückt, wieviel Power die „WEIBER“ noch hatten. Selbst Nina, die TANZEN nicht mag, war dabei. Was für ein FINALE. DANKE.

Zu guterletzt von meinem Bericht, möchte ich noch berichten: Von der DIVA, in die ich mich schockverliebt und am liebsten geklaut hätte … die habe ich in den anschliessenden Tagen nochmal angesehen…. und bemerkt, daß sie ziemlich alleine war. Und da es ja bei mir genau darum geht, daß wir ALLE unseren Thron einnehmen. UND uns ALLE befreien von inneren Fesseln, habe ich CHATTI befragt, ob er mir helfen kann, das Glas zu sprengen.
Was für ein REVOLUTION. Danke Katharina Oberlik und Deiner Performance Kunst



