„Kinder sind die größten Lehrmeister“
Das sagte meiner Mutter schon als ich selbst noch keine hatte. Damals wusste ich noch nicht, was sie meinte. Spätestens als sie auf dem Wickeltisch lagen, begannen, zu krabbeln, lehrten sie mich, geduldig mit ihnen und mir zu sein.
MEIN LEBEN hat sich verändert. Und zwar um 180 Grad.
Ich nahm mich selbst ganz anders wahr. Der Fokus rückte weg von mir auf diese kleinen Wesen, für die ich verantwortlich war. Als meine Tochter geboren war, hatte ich noch die Ruhe, mich voll auf sie einzustellen. Das änderte sich als sich ein paar Monate später unser Sohn auf den Weg machte.
Natürlich rückt die Aufmerksamkeit vom ersten auf das zweite Kind,
wenn das frisch geboren ist und gestillt wird. Ob das ein Grund war, warum meine Tochter eine Eifersucht entwickelte – weiß ich nicht. Tatsache ist, daß ich schon früh damit zu kämpfen hatte, ihr beweisen zu wollen, daß ich sie genauso lieb hatte, wie meinen Sohn.
Als jüngste Kind und Schwester zweier älterer Brüder, wurde ich von meiner Mutter sehr gepämpert, wie man es heute sagt. Da mein Vater wenig emotional greifbar war, war ich ein richtiges Mama-Kind.
Und dann stand ich da. Zwischen meiner Mutter und meiner Tochter. Beide auf eine gewisse Weise dominant. Willensstark. Und eigensinnig.
Ich kann die Momente nicht zählen als ich verwirrt war, ob ich nun aus der Tochter- oder Mutterrolle spreche. Und ich bin sicher, dass das nicht nur mir so geht. Egal, wie Deine Tochter sich verhält. Oder sogar, wenn Du keine Tochter hast. Und einfach nur ausbrechen willst, selbst auf die Tochter reduziert zu werden. Und das ganz eigene FRAU sein vergisst.
Tochter. Mutter. WEIB.
Das möchte ich immer wieder klar machen. Mit meinen Texten. Und Dich erinnern, daß Du daran denkst. Wenn Du Dich selbst beobachtest und Deine inneren Stimmen mit Dir sprechen.
Aus welcher Rolle sprichst Du gerade mit Dir. Wenn Du an Dir hinunter blickst. Deine Tochter oder Sich selbst im Spiegel siehst.
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