Vorletzte Woche habe ich mich spontan zum Feierabendsalon im P36 angemeldet.
Eine Art PopUP! Store mit tollen Sitzgelegenheiten, Spitzenweinen, Galerie und Handwerkskunst fürs Wohlgefühl. Gunda Staacke ist die Inhaberin und sowohl sie als auch ihr Ladenkonzept gefiel mir vom ersten Moment an.
Auf dem Programm stand eine Lesung mit Tanja Breukelchen aus ihrem Buch –
über Hamburgs starke Frauen.
Anekdoten über Grafin Marion Dönhoff, Domenica, Peggy Parnass.
Ein kleiner intimer Rahmen auf der Uhlenhorst. Ein Ort, der mir vertraut war, weil ich 2 Jahre dort wohnte und meine Urgroßmutter ein Gemüsegeschäft hatte.
In der Nachlese dieses Abends ist mir der Begriff „starke Frauen“ nachgegangen. Zumal Frauenbestärkung ja mein Ansinnen ist.
Mir war aufgefallen, dass all die beschriebenen Frauen in der Öffentlichkeit standen.
Und ich fragte mich, ob ich „Stärke“ unbewusst gleichgesetzt habe mit Ruhm und Bekanntheit.
Ich kenne so viele „starke Frauen“, die nicht in der Öffentlichkeit stehen. So viele, die anderen, z.B. ihren Partnern und Kindern, den Rücken freihalten, Mut zufächeln, Einfluss nehmen, Anschwung geben, wenn die Nächsten nicht mehr können.
Die grauen Eminenzen, die genauso bunt sind – wenn auch nicht öffentlich.
Ich selbst habe im Laufe der Jahre Einblicke bekommen vom Backstage Bereich bekannter Menschen und probiere mich supergerne aus, in kleineren Kreisen.
Und ich habe großen Respekt vor denen, die es hauptberuflich machen. Gleichzeitig weiß ich, dass es ein großer Markt ist, für den nicht jede Frau oder Mann geschaffen ist. Jedenfalls so dünnhäutige wie ich.
Ich bin mit mir übereingekommen, dass „Stärke“ für mich meint:
Hürden zu nehmen und nicht zu zerbrechen an Schicksalsschlägen oder eigenen Unzulänglichkeiten –
Und davon gibt es viel viel mehr Menschen, die wir nicht vor der Kamera, in Zeitungen oder im Internet sehen.
Vielleicht bist DU eine von ihnen.
Und wisse, ich denke an Dich. Jedes Mal, wenn ich hier über Frauen schreibe.
PS (Das Titelbild wurde aufgenommen im Oktober 24 im Schloßtheater Sans Soucis – es war ein Zufall, daß ich dort nur meine Anreise bezahlen musste – und an diesem Event teilnehmen konnte, weil ein junger Mentor Talent in mir sah – und ja. Es hat immens Spaß gemacht – mittlerweile weiß ich, was dranhängt, als Speakerin gebucht zu werden und sich in diesem Markt zu behaupten)



